Das Schloss

Die Geschichte des Schlosses Fechenbach

Einst schritt hier Freiherr von Ullner durch die dämmrige, mit Waffen und Ölgemälden geschmückte Halle. So zumindest schildern es alte Dieburger Geschichten. Später, nach dem Aussterben des seit dem Mittelalter in Dieburg ansässigen Adelsgeschlechtes, kam das Schlösschen in den Besitz des Freiherren von Fechenbach. Schon längst war aus dem düsteren Adelssitz ein schmuckes barockes Palais geworden. Das heutige Aussehen verdankt das markante Gebäude hauptsächlich Friedrich Karl Joseph von Fechenbach. Er ließ das dreiflügelige Schlösschen mit dem Mansardendach für seinen Sohn Hugo im spätklassizistischen Stil ausbauen. Noch bis 1939 war das Anwesen im Besitz der Gabriele von Fechenbach, die es an die Stadt Dieburg veräußerte.

In der Zeit des Nationalsozialismus nutzte die NSDAP-Ortsgruppe das Schloss als Gemeinschaftshaus. Für die Gestaltung der neuen Außentreppe wurden Grabsteine vom jüdischen Friedhof als Baumaterial verwendet. Diese wurden 1948 wieder zurückgebracht. Nach dem Krieg diente das Schloss eine Zeit lang als Lager für Displaced Persons.

Seit 1951 birgt das Haus als Sitz des Kreis- und Stadtmuseums Schätze aus der Dieburger Vergangenheit und wird für Konzerte, Vorträge und andere Veranstaltungen in historischem Ambiente genutzt. Aus dem privaten Garten wurde ein öffentlicher Park, der heute als Naherholungsgebiet und Erlebnisraum im Herzen der Stadt geschätzt wird.

Das Schloss Fechenbach wurde ab 2002 saniert. Ziel der Sanierung war es, neben der denkmalhistorischen Bearbeitung, das Gebäude mit seiner reichen Vergangenheit wieder deutlicher erlebbar zu machen, ohne jedoch die geschlossene Gesamterscheinung des Baues zu beeinträchtigen. Bauhistorische Spuren, darunter eine bemerkenswerte malerische Ausstattung, sind durch die Sanierung wieder sichtbar geworden.